König Konrad I.

Zum mächtigsten Konradiner stieg Herzog Konrad, zugleich Graf im Hessengau, auf. Er wurde 911 zum König bestimmt. Denn damals, in den Zeiten des Übergangs vom ostfränkischen zum deutschen Reich, war nach dem Aussterben der Karolinger erstmals durch die ostfränkischen Großen aus ihren eigenen Reihen ein Herrscher zu wählen. Franken, Sachsen, Bayern und Schwaben schienen geeint in der Billigung der konradinischen Führungsrolle.

Stellung und Einfluß der Konradiner hatten ausgereicht, Konrad die deutsche Königswürde zu verschaffen. Doch Konrad verstrickte sich in Konflikte mit den mächtigen Stammesgewalten in seinem Reich, da die Herzöge nicht bereit waren, sich unterzuordnen. Dadurch hatte er keine Kraft, äußere Bedrohungen, vor allem die verheerenden Einfälle der Ungarn, abzuwehren. Sein Kampf gegen das Herzogtum in Bayern, Schwaben und insbesondere Sachsen blieb letztlich für ihn ergebnislos.

Der Zwist zwischen König Konrad und dem Sachsenherzog Heinrich wurde durch Verhandlungen beigelegt. Ihr Ergebnis war, daß es zu einer Abgrenzung der beiderseitigen Machtbereiche im fränkisch-sächsischen Grenzraum kam. Die Konradiner hielten sich offensichtlich zurück, nachdem König Konrads Bruder Eberhard, der auch den Hessengau innehatte, der vordringenden sächsischen Macht 915 kriegerisch unterlegen war.

Die Stellung König Konrads war zu schwach, um sich gegen das mächtigere sächsische Herzogshaus durchzusetzen. Sollte das deutsche Königstum erhalten und gefestigt werden, so war der Übergang der Krone an die Sachsen nicht zu umgehen.

Es ist ein einzigartiger Vorgang in der Geschichte, daß König Konrad und mit ihm wohl auch sein Bruder Eberhard politisch einsichtig aus dieser Situation die Konsequenz gezogen und gegen ihr Hausinteresse dem Sachsenherzog Heinrich die Krone angeboten haben.

Daraufhin wurde dieser nach dem Tode König Konrads zum Herrscher erhoben; und zwar im hessischen Fritzlar, dicht an der fränkisch-sächsischen Stammesgrenze gelegen.

Die Konradiner

Edelsinn

Konrad und Fulda