Der Edelsinn des konradinischen Königs

Bei seiner Initiative, den Sachsenherzog Heinrich als seinen Nachfolger zu empfehlen, nahm König Konrad schwere Vorwürfe in Kauf. Überging er doch mit seinem Entscheidungsvorschlag die Ansprüche seiner Verwandten. Dem adligen Denken jener Zeit war ein derart aus dem Rahmen fallender Schritt völlig fremd.

Betroffen war davon insbesondere des Königs Bruder Eberhard, der nach ihm Frankenherzog geworden war, und den er zum Verzicht auf die Thronfolge bewog. Die Möglichkeit der Ausbildung einer konradinischen Königsdynastie war damit vertan. Darüber hinaus stellte er die Interessen seines fränkischen Stammes, der nun nicht mehr den König stellen sollte, hintan.

Die Motivation Konrads zu dieser historisch wohl einmaligen Designation wird von den Geschichtsschreibern in jener Zeit einhellig wie folgt zum Ausdruck gebracht: Der sterbende König war davon überzeugt, Frieden und Eintracht im Reich nur durch ein solch außergewöhnliches Vorgehen sichern zu können.

Die Quellen des späteren 10. Jahrhunderts lassen das königliche Verhalten verständlich erscheinen. Sie nennen König Konrad tapfer, tüchtig in Krieg und Frieden, freigebig sowie tugendhaft; und sie loben seine Milde, Religosität sowie Klugheit.

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